Alexisonfire
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Aktueller VÖ
09. Dezember 2010
Tour Daten
Band Mitglieder
George Pettit
Dallas Green
Wade MacNeil
Chris Steele
Jordan Hastings
Ich möchte diese Biographie gerne mit der Tatsache, dass ich Band-Biographien hasse, beginnen. Selbige sind langweilig, selbstbeweihräuchernd und gefüllt mit Phrasendrescherei, sowie überdramatischen Adjektiven. Falls ich ab jetzt nie wieder eine Band-Bio lesen muss, kann ich eigentlich sagen, dass ich als glücklicher Mann sterben werde.
Mein Name ist George Pettit und der folgende Text ist mein eigener Versuch einer Alexisonfire Biographie.

Alexisonfire sind fünf Kids, die aus dem liberalen, vorstädtischen Paradies Süd-Ontarios kommen und den Banalitäten des Erwachsenwerdens entkommen wollten. Eigentlich war die Band anfangs nicht mehr als eine Beschäftigung für's Wochenende. Jeder von uns war in der lokalen Musikszene in irgendeiner Form aktiv, welche größtenteils aus lokalen Shows bestand.

Ich denke, es ist wichtig zu erwähnen, dass wir alle nicht sehr ambitioniert waren. Wir hatten einfach verdammt viel Glück.
Als wir 2001 die Band gründeten, sah es nicht wirklich rosig aus für Screamo Musik.
Wir hatten keinerlei Chance, dass unsere Songs im Radio gespielt werden, oder dass ein Video von uns irgendwo gezeigt wird. Nicht, dass wir überhaupt eins hätten drehen können. Uns war das ziemlich wurscht, wir fühlten uns in unserem jugendlichen Leichtsinn in einer Art und Weise unverwundbar und auch unangreifbar.
Irgenwann würde sich schon alles für uns zum Guten wenden.
Unser erstes Demo war ein Zusammenwurf all unserer verschiedenen Einflüsse. Dallas (Gitarre und Vocals) hatte gerade eine Grunge-Alternative Band verlassen. Wade (Gitarre und Vocals) und Chris (Bass) hatten zusammen in einer Punk Band gespielt seit sie 14 waren und suchten nach einem neuen Projekt. Ich spielte zu dem Zeitpunkt Bass in einer Metal Band, an der ich nicht wirklich Interesse hatte.
Alexisonfire war also eine willkommene Veränderung für uns alle.

Ich würde unser erstes Demo als eine Mischung aus At The Drive In und Refused Post-Hardcore bezeichnen. Es ist für uns allerdings mittlerweile ziemlich hart, dieses erste Album in voller Länge anzuhören, ohne dass wir uns peinlich berührt fühlen.
Stell dir einfach die Art Kunstwerk vor, die man als Teenager erschaffen hat und die man dann mit Ende Zwanzig der Öffentlichkeit präsentieren muss.
Uns schaudert bei dem Gedanken, aber eben diese Aufnahmen erfüllten ihren Zweck. Sie ermöglichten uns, die Staaten und Kanada zu touren. Sie verschafften uns zahlreiche Gelegenheiten, wahlweise in einem Van oder auch auf Zimmerböden irgendwelcher Leute in seltsamen neuen Städten zu schlafen. Wir konnten in schäbigen Keller-Clubs mit Pisse-getränkten Badezimmern spielen und uns von zwei Mal Frühstück am Tag ernähren, um das Zehn Dollar Budget nicht zu überschreiten.
Diese frühen Aufnahmen gaben uns eine Kostprobe davon, was wahrer Nomaden-Lifestyle bedeutet.
Ich denke sehr gerne an diese Zeit zurück.

Als wir damals von der Tour zurück kehrten, begannen wir, unser zweites Album "Watch Out!" aufzunehmen.
Es war eine musikalisch sehr ambitionierte Platte, aber wenn ich sie mir jetzt anhöre, fühlt es sich so an, als ob wir damals unsere Nische immer noch nicht gefunden hätten.
Zu diesem Zeitpunkt begannen die Dinge für uns in Kanada immer besser zu laufen.
Unsere Videos wurden gespielt und wir wurden als beste neue Band mit dem JUNO Award ausgezeichnet, welcher in etwa als kanadische Version des Grammys bezeichnet werden kann.

Auf den folgenden Tourneen gelangten wir unter anderem auch über den Ozean nach England. Die Shows wurden größer und wir spielten zum Teil vor tausenden von Leuten. Ich werde nie vergessen, wie wir erst in Vancouver vor 2000 Menschen auftraten und am nächsten Tag in Olympia, Washington vor neun Kids in einer Kneipe spielten.

Wenn ich jetzt mal zum Jahre 2006 vorspule, sind wir schon bei "Crisis" angelangt, unserem dritten Album.
Jahrelanges Touren lag hinter uns, sowohl überall in den Vereinigten Staaten, als auch in Japan, Europa und Australien.
Wir wollten endlich heimkehren, in unseren Proberaum im Hinterhaus einer Dämmstoff Fabrik in St. Catharines, Ontario.
"Crisis" war der Beginn, uns von den mittlerweile langweilenden Screamo Bands abzugrenzen. Wir hatten kein Interesse, uns mit unserer Platte in die Liga all der Bands einzureihen, die mit ihren Alben ein riesiges Vermächtnis der Bedeutungslosikeit hinterließen.
Wir versuchten, das, was wir an Punkrock und Rock'n'Roll liebten, mit dem musikalischen Genre, das uns unseren Start ermöglicht hat, zu verbinden. In dieser Zeit stieß auch Jordan Hastings als neuer Drummer zu uns. Unser alter Schlagzeuger wurde von einer Lawine getötet, während er mit einem Snow-Mobil unterwegs war. (Das war nur ein Witz, die wahre Geschichte, warum er bei uns ausstieg, ist lang und uninteressant.)
Nach den Aufnahmen wurde praktisch neun Monate non-stop getourt, was eine ziemliche Belastungsprobe für unsere privaten Beziehungen bedeutete. Es war jedoch alles in allem ein langes und schönes Abenteuer, voller außergewöhnlicher Hochs, aber auch Tiefs.

Der Prozess, sich wieder an das "normale" Leben daheim zu gewöhnen, dauerte eine Weile und während dieser Zeit entstand ein Großteil des Materials für unser viertes Album "Old Crows / Young Cardinals".
Die instrumentalen Aufnahmen fanden in den Armory Studios im schönen Vancouver, BC statt. Die Vocals wurden in dem Heim-Studio unseres Produzenten Julius Butty (Watch Out!, Crisis) in Stony Creek, Ontario eingesungen.
"Old Crows / Young Cardinals" wurde auf dem Fundament von "Crisis" aufgebaut. Musikalisch bewegt es sich jedoch in einer emotional aufgewühlteren Art und Weise.
Die Lyrics decken ein recht großes Spektrum von Themen ab, von metaphysischer Rebellion bis hin zu dem Leben als Nomade. Es wird eigentlich die komplette Bandgeschichte behandelt.
Ich persönlich finde, dass es unser bisher bestes Album ist, doch dieses Urteil möchte natürlich jedem selbst überlassen.

Das war es auch schon - kurz und schmerzlos. Alle Namen und Daten sind vielleicht nicht ganz vollständig, aber ich habe mein Bestes getan, die letzten siebeneinhalb Jahre meines Lebens auf zwei Seiten Papier zu bringen. In der langen und ausführlichen Version werden außerdem noch verschiedene kollidierende Persönlichkeiten, Barbarismus, Zwangseinweisungen, kanadischer Sarkasmus und eine Reihe von heißen Frauen behandelt.