„I was extremely proud of Halestorm when we released it, and I still love it, but I think I was using mostly one musical technique throughout," sagt Frontfrau Lzzy Hale über das erste Album ihrer Band. „We were on ‘ten,' and we blew through the songs in a safe way - or as safe as something that goes, ‘I get off on you getting off on me' can be. This new record demonstrates more depth and heart. It's a lot more expressive and really lets down the barriers".
Halestorm begannen bereits auf ihrer 2010-er Tour Songs für ihr zweites Album zu schreiben. Nachdem die Band im Mai 2011 den Tourzyklus beendet hatte, begab sie sich mit Produzent Howard Benson (3 Doors Down, Seether, Three Days Grace) ins Aufnahmestudio und nahm mit „Love Bites (So Do I)" einen der härtesten Songs ihrer bisherigen Bandgeschichte auf.
„At that time, I decided, ‘I'm going to scream my head off and make really gritty songs," erzählt Hale. „When we finished ‘Love Bites,' the engineer at Howard's studio, Bay Seven, said, ‘I'm pretty sure that's the fastest song we've ever done here.'"
Angestachelt von diesem Tempo, widmet sich Hale wieder dem Songwriting und es entstehen weitere hymnische Rocknummern, bei denen sich schonungslose Riffs mit impulsivem Gesang paaren. Doch Hale kann auch anders. Emotional aufgewühlt von einem persönlichen Schicksalsschlag, schreibt sie einen Song, der ihre gefühlvolle und verletzliche Seite offenbart. Mit ihrem Handy provisorisch aufgenommen, schickt sie die noch unbearbeitete Version an Benson und ihren A&R Manager.
„The next morning I regretted having sent it because I didn't hear back from them," beichtet sie. „And then a day later they got back to me and went, ‘Oh, my God, we didn't know you had this in you. Please write more songs like that.'"
Angespornt von dieser positiven Resonanz und dem Drang, ihre Gefühle auszudrücken, schreibt Hale die von Melancholie getragenen Songs „In Your Room" und „Beautiful With You", sowie die Piano-Ballade „Break In". Aber auch härtere Songs wie „I Miss The Misery" mit seinem Start-Stop Rythmus und den konfrontativen Lyrics oder „Rock Show", das durch euphorischen Gesang und coole Riffs auffällt. Das war der Punkt, an dem Hale feststellte, dass das Album gewisse, leicht schizophrene Züge annahm. Zuerst war Hale von dieser Polarisierung verunsichert. Aber nachdem sie mit „Mz. Hyde" einen Song geschrieben hatte, der die beiden ungleichen Seiten sowohl ihrer Persönlichkeit als auch des Albums gezielt behandelt, machte alles plötzlich Sinn.
„When they heard that, the guys went, ‘Oh my God, you are Mz. Hyde!'" Hale says. „So suddenly this predicament with having this record that had a split personality was about having a split personality. Sometimes I need a shoulder to cry on, sometimes I need to wear a pair of jeans instead of fishnets. But I also like being powerful and being a leader and yelling, ‘Hello, Cleveland.'"
Von den ursprünglich 56 Songs, die die Band geschrieben hatte, wurden 17 für „The Strange Case Of..." ausgesucht und in nur drei Recording Sessions aufgenommen. Die erste Single „Love Bites (So Do I)" ist mitreißend und repräsentiert Hales Individualität, ihren Sinn für Humor sowie ihr persönliches Anliegen, junge Frauen in der heutigen, durch Hektik geprägten Gesellschaft, zu repräsentieren.
„I was talking to this little girl over Twitter who was going through her first breakup, and she was asking me for advice," erinnert sich Hale, die sich regelmäßig mit ihren Fans online austauscht. „She typed ‘Love Bites,' and I replied, ‘Well, so do you, darling. You can still bite back.' It was meant to be an empowering song for people when love goes down the tubes, and I think it's a very realistic way of looking at relationships. Nobody talks about all the crap you have to do to keep something alive or just deal with your boyfriend or girlfriend. They always talk about falling in love or having your heart broken. So this is a way of saying, yes, everything can end, but it's rejuvenating to stand up and go, ‘This sucks right now, but it's not going to take me down with it.'"
Provozierend und stolz kommen die Songs „You Call Me a Bitch Like it's a Bad Thing" und „Freak Like Me" daher, während „Daughters of Darkness" die dunklen Seiten, die jeder Mensch in sich trägt, aufzeigt. „Even with the sweetest woman in the world, you click a switch somewhere, and she's a little bit crazy or she has her secrets," so Hale. „And a lot of times you see these girls let all that stuff out at our concerts, which is really gratifying."
Einer der bedeutendsten Songs auf „The Strange Case Of..." ist „Here's To Us". Eigentlich war das Album bereits fertig, als der Song entstand und doch ist es eben dieser, mit dem sich die Band am meisten identifizieren kann. „It came together after we already thought the album was complete," erzählt Hale. „It's our ‘bottom of the ninth, bases are loaded... home run!' The song is about celebrating the ups and downs of your journey as you go along because even the bad times can be reasons to crack open the champagne."
Einer der Gründe dafür, warum Halestorm ihren selbstbewussten und in sich stimmigen Sound - egal ob es das akustische Niederreißen von Barrieren oder die behutsame Massage einer verletzten Seele ist - entwickeln konnten, ist, dass sie sehr viel Zeit investiert haben. Lzzy und Drummer Arejay, der zugleich ihr Bruder ist, gründeten die Band vor mehr als einer Dekade, als sie 13 und er gerade mal 10 Jahre alt war. Von Anfang an waren sie mit Ernst bei der Sache, mussten jedoch im Laufe der Zeit auch ihr Lehrgeld zahlen. So verloren sie in frühen Jahren einen Talentwettbewerb, spielten im Friendly's für kostenlose Eiscreme und hatten sogar Auftritte bei Beerdigungen.
Doch die Ausdauer der Band zahlte sich aus. Es dauerte nicht lange, da spielten sie mehrere Shows in Bars in ihrer Umgebung und das obwohl sie selber noch minderjährig waren. Als dann Gitarrist Joe Hottlinter 2003 und Bassist Josh Smith 2004 zu den Geschwistern stießen, stellte sich 2005 der erste große Erfolg ein: ein Plattenvertrag mit Atlantic Records. Im selben Jahr wurde die Live EP „One and Done" veröffentlicht, die unter anderem den bei den Fans beliebten Song „It‘s Not You" enthielt. 2009 machten Halestorm mit dem gleichnamigen Studioalbum den nächsten großen Schritt in ihrer Karriere. Fasziniert von der Unbeschwertheit, die die Band versprühte, wuchs die Fangemeinde äußerst rasch. Bei den US Rock Radios gewann Halestorm an Beliebtheit, auf Festivals galt man als Highlight und Freundschaften zu anderen Bands entwickelten sich, egal ob man als Support oder Headliner auftrat. Halestorm verkauften über 300.000 Exemplare ihres ersten Albums.
Dem Debütalbum folgte die, aus Cover-Songs bestehende EP ReAniMate. Fette Riffs und begeisternde Refrains, unterfüttert mit einer unbekümmerten Rock'n'Roll Attitüde sind hierbei die prägenden Elemente. Neben eher aggressiven Songs von Skid Row, Guns N' Roses und Temple of the Dog, coverten Halestorm auch Titel von den Beatles und Lady Gaga und demonstrieren damit ihre musikalische Bandbreite.
„We've taken everything we can do and stretched it in both directions," sagt Hale. „This record goes from one song that's just vocal and piano and the lowest and softest I've ever sung all the way up to the highest notes and craziest screaming I've ever done."
So musikalisch fortgeschritten, wie sich „The Strange Case Of..." im Vergleich zu Halestorms Debütalbum auch präsentiert, so ist das Potential noch lange nicht ausgeschöpft. Die Band wird sich stetig weiterentwickeln. „I create all the time," sagt Hale. „And the four of us are working together more now, so we're really getting better than ever. We're really excited with how far we've gotten with this album, and we can't wait to see where we can go in the future. It feels like there are no rules or boundaries, and that's the ultimate freedom."












